Scholten

SCHOLTEN/ CENADE

liegt im Osten des Kreises Alba, in einem südlichen Seitental der Großen Kokel/ Târnava Mare, etwa 30 km südwestlich von Mediasch/ Mediaș. Scholten wurde als sächsische Siedlung urkundlich erstmals 1311 erwähnt. Es lag auf Komitatsboden, die Siebenbürger Sachsen waren hier bis Mitte des 19. Jahrhunderts grundhörig. Im Unterschied zu anderen sächsischen Orten war Scholten schon 1850 mehrheitlich von Rumänen bewohnt. Seit dem Zweiten Weltkrieg kam es zur massenhaften Auswanderung der Sachsen, von etwa 750 (im Jahr 1941) blieben 1977 noch 333 und im Jahr 2002 noch 59 zurück. Die Bevölkerung, heute insgesamt um die 1000 Einwohner, lebt immer noch vorwiegend von der Landwirtschaft und Viehzucht.

Von den alten Traditionen der Sachsen gab es bis vor kurzem nur noch das Parfüm-Bespritzen der Frauen am Ostermontag (das auch die Rumänen des Dorfes machen). In diesem Jahr, 2010, fand jedoch zum ersten Mal nach 15-jähriger Pause das Peter- und Paulsfest wieder statt. 1995, als es zuletzt gefeiert wurde, wanderte der letzte Scholtener Pfarrer nach Deutschland aus. Jetzt haben seine beiden nach Rumänien zurückgekehrten Söhne das Fest wiederbelebt.

Kronenfest in Scholten am 29. Juni 2010 (Foto: J. Jürgens)